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08.05.2017

Deutsche und polnische Wirtschaft vernetzten sich bei Hannover Messe

Henner Bunde, Berlins Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe, im Gespräch mit Unternehmern auf der Hannover Messe. © Marta Szafranska
Industrielle Automation, Energie und IT: Mit diesen Themen präsentierte sich Polen als Partnerland vom 24. bis zum 28. April 2017 auf der HANNOVER MESSE. Etwa 150 polnische Unternehmen stellten sich und ihre Arbeit auf der führenden Industriemesse vor. Auch die Regionen der Oder-Partnerschaft waren auf der Messe vertreten. Auf dem gemeinsamen Messerundgang von Albrecht Gerber, Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, und Henner Bunde, Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, wurde u.a. der polnische Gemeinschaftsstand besucht.

Beide Politiker führten dort Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmern des Nachbarlandes. Minister Gerber und Staatssekretär Bunde sprachen zum Beispiel mit den Vertretern der Solaris Bus & Coach GmbH. Der polnische Straßenbahn- und Omnibushersteller ist Marktführer in Polen und stellt seit 2011 Stadtbusse mit elektrischem Antrieb her. Für seine Elektrobusse konnte sich auch das Land Berlin begeistern: Im Rahmen eines Testbetriebs befördern täglich vier Solaris-Elektrobusse auf der Linie 204 Fahrgäste vom Zoologischen Garten bis zum Südkreuz. Bunde erkundigte sich im Gespräch unter anderem nach den weiteren Plänen des Betriebs zur Elektromobilität.

Deutsch-polnisches Networking beim Gemeinsamen Länderempfang

Insgesamt zeigte der Auftritt der Unternehmen aus den Regionen der Oder-Partnerschaft auf der Hannover Messe deutlich, welches Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen steckt. Um die Gelegenheit des örtlichen Zusammentreffens zu nutzen, veranstalteten Berlin und Brandenburg am Abend einen Gemeinsamen Länderempfang der Hauptstadtregion. Das Interesse war groß: Rund 250 Unternehmerinnen und Unternehmer, Ausstellerinnen und Aussteller aus Berlin, Brandenburg und Polen kamen zum Empfang „Hauptstadtregion trifft Polen“, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Auch der polnische Wirtschaftsvizeminister Tadeusz Kościński richtete ein Grußwort an die Gäste.

Minister Gerber lobte in seiner Begrüßungsrede die vielfältigen Kooperationen von Unternehmen aus Polen und der Hauptstadtregion. Über 350 brandenburgische Unternehmen unterhalten schon heute feste Geschäftsbeziehungen mit polnischen Firmen. „Polen ist für Brandenburg der wichtigste Wirtschaftspartner innerhalb der EU. Vom starken Wachstum der polnischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren hat auch Brandenburg enorm profitiert“, sagte der Minister. Für den weiteren Ausbau dieser Beziehungen und der Kooperation auch in innovativen Bereichen will sich Minister Gerber auch bei seiner Polenreise im Juni dieses Jahres einsetzen.

Staatssekretär Bunde betonte in seiner Rede, dass für die Berliner Außenwirtschaft Polen der weltweit zweitwichtigste Zielmarkt sei. Nicht nur wegen des dynamischen Wirtschaftswachstums seiner Regionen, sondern auch im Hinblick auf Kooperationschancen stünde das Land daher „im Fokus der Außenwirtschaftspolitik Berlins“. Die Ausgangsbasis ist denkbar gut: In den vergangenen Jahren initiierten die Branchennetzwerke der Hauptstadtregion deutsch-polnisch Wirtschaftskooperationen wie die Netzwerkprojekte LOOKOUT oder PHOENIX, gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Wirtschaft und der EU. Künftige Kooperationen können auf diese Projekte und ihren Erfahrungsschatz in punkto Zusammenarbeit aufbauen.
Das Potenzial der deutsch-polnischen Zusammenarbeit ist groß, denn Polen will seinen wirtschaftlichen Erfolgsweg fortsetzen: Seine Wirtschaftspolitik sieht vor, die Reindustrialisierung zu forcieren, innovative Unternehmen zu fördern und ausländische Märkte zu erschließen.

Neben grünen Technologien widmet sich Polen weiteren Zukunftsthemen: Künftig will das Land mehr Gelder in die Forschung, zum Beispiel zugunsten der Digitalisierung von Produktionsprozessen, investieren. Das ist wiederum ein Beispiel für ein Querschnittthema, das auch dem Land Berlin und der Oder-Partnerschaft wichtig ist. Insgesamt zeigte sich also, welche großen „Schnittmengen und Gemeinsamkeiten die westpolnischen und ostdeutschen Regionen“ miteinander verbinden, wie Staatssekretär Bunde betonte.