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eCoach - Verbesserungen im Busfernreiseverkehr von und nach Mittel-Osteuropa

Im Jahr 2013 wird eine Liberalisierung des Fernbusverkehrs in Deutschland durch die veränderte EU Gesetzgebung vorgenommen. Dabei soll das bereits bestehende Fernliniennetz Berlins, welches das wohl größte und weit verzweigteste in Deutschland ist, in Richtung MOE ausgebaut werden. Bereits heute können von Berlin etwa 100 Ziele mit dem Fernlinienbus erreicht werden, die meisten davon in Deutschland und in Osteuropa. Die Experten prognostizieren, dass sich der Fernbusverkehr in Berlin in den kommenden Jahren mindestens verdoppelt. Für Berlin ist der Bau eines zweiten Busbahnhofs unentbehrlich, weil der Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) seine Kapazitätsgrenze bereits erreicht hat.

Im Zuge der Liberalisierung wird ein Anstieg der Anzahl an Busunternehmen am Markt erwartet. Das ist eine wesentliche Motivation des Projektträgers von eCoach, das technische KnowHow und den Ausbau der Infrastruktur in Berlin zu stärken.

Ziel des eCoach Projekts ist die Entwicklung und Implementierung eines Systems, das dem Reisenden einen Überblick im komplexen Fernreisebusverkehr verschafft. Ein System, das Fahrtstrecken steuert, Fahrpläne integriert und komplexe Reisen mit maximal drei Transfers plant. Außerdem soll das System Upload-Funktionen bieten für Listen von Fahrtstecken und Stopps sowie von Transportunternehmen, Preisen, zusätzlichen Dienstleistungen, Kapazitäten, Ankunfts- und Abfahrtszeiten, aber auch die Wartung der Listen. Um ständige Aktualität zu gewährleisten integriert eCoach die Informationssysteme der Projektteilnehmer aus Deutschland und dem MOE-Raum. Partner sind neben Deutschland Lettland, Slowenien, Polen, Litauen, Estland und Serbien.

Das Projekt soll durch innovative Konzepte und Lösungen die Organisation grenzüberschreitenden Busfernverkehrs effizienter gestalten. Eine transparente, frei zugängliche Onlineplattform für Fahrgastinformationen in Echtzeit soll zur Lösung von Informations- und Mobilitätsdefiziten im grenzüberschreitenden Busfernverkehr in Mittel- und Osteuropa (MOE) beitragen. Der Fokus liegt dabei besonders auf der Stärkung der Rolle Berlins als führender Standort (Ost-West-Drehscheibe) sowie als Kompetenzzentrum für innovative Technologien und Systeme der Verkehrstechnik. Dies soll durch engere Zusammenarbeit zwischen deutschen Unternehmen und Unternehmen aus den MOE-Ländern sowie durch Kooperation mit potentiellen Partnern und ähnlichen Projekten (z.B. dem Projekt e-Kom des VBB) ermöglicht werden.

Rückblick 2010 - 2012

Rückblick 2010


Im ersten Jahr der Projektlaufzeit stand die Etablierung der organisatorischen Rahmenbedingungen für die Durchführung des Projekts im Mittelpunkt. Insbesondere die Schaffung personeller und technischer Voraussetzungen stand im Fokus. Zur Projektbegleitung wurde ein international zusammengesetzter Beirat gegründet. Des Weiteren fand eine Ist-Analyse mit schriftlicher Befragung statt. Um Defizite und Anforderungen an die Organisation des Busfernverkehrs herauszuarbeiten, wurde ein Interviewleitfaden entwickelt. Als Ergebnis der Umfrage steht der Wunsch nach verbesserter Information auf Seiten der potenziellen Fahrgäste sowie die Notwendigkeit, gemeinsame Standards zu entwickeln und diese international umzusetzen.

Mit der Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit wurde die Agentur Creativ Times, Katrin Märker-Schwabe beauftragt, welche auch das Logo des Projekts entwickelte. Seit Ende 2010 ist die offizielle Internetseite online: http://www.ecoach-traffic.eu/. Diese beinhaltet zusätzlich einen internen Bereich, welcher zu einer effizienten Projektkoordination und aktiver Kommunikation unter allen beteiligten Projektpartnern beiträgt. Die Aufgabe der Projektentwicklung übernahm die Andris Mamis GmbH.

Das Kick-Off-Meeting am 16. November 2010, zu dem auch Interessierte außerhalb der teilnehmenden Projektpartner eingeladen waren, fand unter dem Motto “Grenzüberschreitender Busfernverkehr – Chancen für Berlin und Europa: Qualitätssicherung im Spannungsfeld zwischen Fahrgastrechten und Marktstruktur” statt. In verschiedenen Fachvorträgen wurden künftige Trends, Probleme und Lösungsansätze diskutiert. Anschließend fand ein projektinternes Meeting von eCoach statt.

Rückblick 2011


Seit 2011 erscheint auf der Projektwebseite regelmäßig ein Newsletter mit aktuellen Informationen zu neuen Ergebnissen, Prognosen und Veranstaltungen im Rahmen von eCoach. Es findet eine regelmäßige Abstimmung mit dem Projekt „e-Kom“ des VBB statt.

Auf mehreren Veranstaltungen wurde das Projekt weiter vorgestellt. Im April 2011 im Rahmen des 59. Weltkongresses des Verbandes UITP war der Verband Paneuropäischer Reisebusbahnhöfe e.V. mit einem eigenen Stand in Dubai vertreten. So konnten die Möglichkeiten und Anliegen von eCoach auch international verbreitet werden. Außerdem wurde das Projekt gegenüber weiteren Kooperationspartnern bzw. Multiplikatoren kommuniziert: dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung sowie dem Arbeitskreis „Fernbuslinienverkehr – Fernbusterminal“. Im September 2011 wurde die Projektidee vor Vertretern von diversen baltischen Busbahnhöfen präsentiert. Die Präsentation verlief sehr erfolgreich und eCoach stieß auch hier auf ein starkes Interesse.

Rückblick 2012


Zu Beginn des dritten Projektjahres wurde die Software für den Prototyp entwickelt und fertig gestellt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die internationale Kompatibilität des Prototyps unter Berücksichtigung der nationalen, insbesondere der technischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen gelegt. Ein User Guide, ein Administration Guide sowie ein Technical Manual wurden integriert. Es wurden zudem Labortests für die neu entwickelten Lösungen durchgeführt. In Riga wurde die Hardware für die Web-Applikation installiert und die Software implementiert, so dass der Prototyp nun begrenzt national genutzt werden kann. Mit Hilfe von Realdaten kann die Systemperfomance bereits in Echtzeit validiert werden.

Im Umfeld der ITB wurde am 07. März 2012 ein Projektmeeting in Berlin durchgeführt, zu welchem neben den Kernpartnern auch weitere Teilnehmer geladen waren. Erstmalig waren auch Busunternehmen aus Deutschland dabei. Der Prototyp konnte so bereits einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden und traf durchweg auf positive Resonanz. Zudem konnte das Pilotprojekt Herrn Gäbler, dem Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, sowie dem verkehrspolitischen Informationsverein e.V. vorgestellt werden.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden Roll-Ups und ein Messestand konzeptionell vorbereitet, gestalterisch umgesetzt und praktisch realisiert.

Aktuelles


20.10.2011: Handlungshilfe von Arbeitskreis Fernbuslinien erstellt
08.09.2011: eCoach geht in die Pilotphase, Lastenheft freigegeben
23.03.2011: BAS Belgrad verkündet Projektteilnahme

Webseite


Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auch auf der Projekt-Webseite http://www.ecoach-traffic.eu.

Informationen zur Förderung


Das eCoach Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „MOE-Netzwerkprogramm“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union (EFRE) und das Land Berlin gefördert und wird im Zeitraum 01.07.2010 bis zum 31.12.2012 durchgeführt.

Laufzeit 2010-2012
Budget 294.701 EUR
Förderprogramm MOE-Netzwerkprogramm
Lead Partner VPR - Verband Paneuropäischer Reisebusbahnhöfe e.V. (Berlin)