Der Deutsch-Polnische Raumordnungsausschuss aktualisiert das Gemeinsame Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum. Die neue Vision 2050 setzt zusätzliche Schwerpunkte bei Energie, Klimaanpassung und Katastrophenschutz und widmet sich erstmals auch der Ostsee. Ab Herbst 2026 startet dazu eine Phase fachlicher und öffentlicher Konsultationen.
Seit 2016 bildet das Gemeinsame Zukunftskonzept die Grundlage für die grenzüberschreitende Raumentwicklung beiderseits von Oder und Lausitzer Neiße. In den vergangenen Jahren sind daraus zahlreiche Projekte entstanden – von gemeinsamen Eisenbahnkarten über die verstärkte Zusammenarbeit mit dem europäischen Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON bis zum Kooperationsabkommen der Metropolregionen Berlin und Szczecin im Frühjahr 2026. Nun arbeitet der Deutsch-Polnische Raumordnungsausschuss an einer Fortschreibung: der Vision 2050.
Sechs Handlungsfelder für den Verflechtungsraum
Fünf der bisherigen Handlungsfelder werden weitgehend beibehalten und aktualisiert. In den Bereichen „Nachhaltiges Wachstum fördern“ und „Die Grundlagen für eine hohe Lebensqualität sichern“ liegt künftig ein stärkerer Fokus auf Energie und Energiesicherheit sowie auf Umwelt und Klimaanpassung. Auch die Zusammenarbeit im Zivil- und Katastrophenschutz gewinnt an Bedeutung – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage seit 2022. Ganz neu hinzu kommt ein sechstes Handlungsfeld, das sich dem Schutz und der Nutzung der Ostsee im Verflechtungsraum widmet. Formale planerische Festlegungen enthält das Konzept nicht – es versteht sich als raumordnerische Handlungsempfehlung für alle Akteurinnen und Akteure der Region.
Beteiligung ab Herbst 2026
Geleitet wird die Arbeitsgruppe von Leszek Jastrzębski, Direktor des Regionalen Raumplanungsbüros der Woiwodschaft Zachodniopomorskie (RBGP WZ) in Szczecin, unterstützt von Justyna Strzyżewska und Julita Miłosz-Augustowska sowie – auf deutscher Seite – von Nicole Zimmer vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung und Dirk Gebhardt vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Im Herbst 2026 startet eine Phase fachlicher und öffentlicher Konsultationen, deren Ergebnisse in die finale Fassung der Vision 2050 einfließen sollen. Aktuelle Informationen zum Beteiligungsprozess gibt es auf dem Deutsch-Polnischen Raumordnungsportal.
Verlinkungen zu weiterführenden Infos
- Deutsch-Polnisches Zukunftskonzept – Vision 2050
- Fortschreibung des Gemeinsamen Zukunftskonzepts für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum (GZK)
- Bericht über das Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe in Swinemünde (18./19. Februar 2026)
Foto: GZK-2050-Sitzung in Posen, © Bogusława Guzowska (RBGPWZ)