Kultur, Schule, Landwirtschaft: Sachsen und Niederschlesien im engen Austausch

Eine neue Bahnverbindung, Schulpartnerschaften, Dürrefolgen für die Landwirtschaft: Zwischen Juli und September 2026 besuchten drei Mitglieder der Sächsischen Staatsregierung Wrocław und Niederschlesien und sprachen über sehr praktische Fragen der Zusammenarbeit – von Kultur und Tourismus über Bildung bis zu Landwirtschaft und Krisenmanagement. Das Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Wrocław war an Vorbereitung und Begleitung aller drei Besuche eng beteiligt.

Kultur und Tourismus: von der Bahnlinie bis zur Friedenskirche

Am 2. Juli kam die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, zu einem Arbeitsbesuch nach Niederschlesien. Im niederschlesischen Marschallamt sprach sie mit den stellvertretenden Marschällen Wojciech Bochnak (Sport und Tourismus) und Jarosław Rabczenko (Kultur) über den gemeinsamen Tourismusraum, grenzüberschreitende Projekte und die Nutzung der neuen direkten Bahnverbindung zwischen Leipzig, Wrocław und Kraków. Im Kulturbereich ging es um die Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen, den Schutz des gemeinsamen kulturellen Erbes und neue Initiativen im polnisch-deutschen Kulturaustausch.

Danach führte das Programm nach Schweidnitz (Świdnica). Die UNESCO-Friedenskirche und das Bachfestival machten dort anschaulich, wie eng kulturelle Zusammenarbeit und regionale Entwicklung zusammenhängen.

Bildung: Absichtserklärung für Schulpartnerschaften

Am 2. September besuchte der Sächsische Staatsminister für Kultus, Conrad Clemens, Wrocław. Im Mittelpunkt stand die engere Zusammenarbeit zwischen Bildungsbehörden und Schulen in Sachsen und Niederschlesien. Das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB), vertreten durch Präsident Patrick Schreiber, und das Niederschlesische Bildungskuratorium, vertreten durch Bildungskuratorin Ewa Skrzywanek, unterzeichneten eine Absichtserklärung. Vereinbart wurden unter anderem Hospitationen von Lehrkräften, Schülerbegegnungen, neue und vertiefte Schulpartnerschaften, gemeinsame Fortbildungen und ein regelmäßiger fachlicher Austausch.

Zur Sprache kamen auch Probleme, die beide Regionen betreffen: der demografische Wandel, sinkende Schülerzahlen und der damit verbundene Lehrkräftemangel. Erfahrungen und Lösungsansätze sollen künftig über die Grenze hinweg geteilt werden. Beim Besuch eines Lyzeums auf dem Campus der Technischen Universität Wrocław sprach Clemens zudem direkt mit Schülerinnen, Schülern und Deutschlehrkräften. Vorgestellt wurden dort das Bildungsprogramm CyberTron zu Cybersicherheit und Informatik sowie aktuelle Entwicklungen im Quantencomputing.

Landwirtschaft: Dürre, Wasser und Krisenmanagement

Den Schlusspunkt setzte am 10. September der Antrittsbesuch des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch, in Niederschlesien. Mit der Ersten Vizewoiwodin Agnieszka Miza und der stellvertretenden Marschallin Natalia Gołąb sprach er über die Folgen zunehmender Wetterextreme für die Landwirtschaft: Auswirkungen von Dürre, Möglichkeiten der Wasserrückhaltung und Instrumente zur Ermittlung von Schäden. Weitere Themen waren Unterstützung für betroffene landwirtschaftliche Betriebe, Krisenmanagement, die Beseitigung von Hochwasserfolgen und Pflanzengesundheit. Sachsen und Niederschlesien stehen hier vor ähnlichen Aufgaben und können voneinander lernen.

Wie aus Besuchen Kooperationen werden

So unterschiedlich die Themen sind, so ähnlich ist die Erfahrung dahinter: Aus politischen Kontakten wird Zusammenarbeit, wenn Institutionen, Fachleute und Menschen einander begegnen. Das Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Wrocław fungiert seit vielen Jahren als regionale Schnittstelle zwischen der Staatsregierung und den Partnern in Niederschlesien: Es hilft bei der Kontaktaufnahme, bereitet Gespräche inhaltlich vor, bringt zuständige Stellen zusammen und begleitet Delegationen vor Ort. Gemeinsames Ziel bleibt es, die Zusammenarbeit mit konkreten Projekten und persönlichen Kontakten weiter auszubauen.

Sachsen und Niederschlesien (Dolnośląskie) gehören beide zur Oder-Partnerschaft, die vier deutsche Bundesländer mit vier westpolnischen Woiwodschaften verbindet. Termine, Projekte und Geschichten aus der Region macht die Oder-Partnerschaft auf ihrer Website, im Newsletter und auf ihren Social-Media-Kanälen sichtbar. Wer von einem deutsch-polnischen Projekt oder Termin weiß, kann der Redaktion gern einen Hinweis schicken.