9. Politisches Spitzentreffen der Oder-Partnerschaft: Gemeinsam für Infrastruktur, Sicherheit und Zukunft

Beim 9. Politischen Spitzentreffen in Poznań zogen vier deutsche Länder und vier polnische Wojewodschaften gemeinsam Bilanz – und blicken nach 20 Jahren Oder-Partnerschaft entschlossen nach vorne.

27. Mai 2026, Poznań – Die Oder-Partnerschaft hat ihr 9. Politisches Spitzentreffen in der polnischen Metropole Poznań abgehalten – und das in einem besonderen Jahr: 20 Jahre nach der Gründung des Netzwerks kamen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus vier deutschen Ländern und vier polnischen Wojewodschaften auf dem Campus Warta der Technischen Universität Poznań zusammen, um Bilanz zu ziehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Zwei Länder, eine Gemeinschaft – seit 20 Jahren

Die Oder-Partnerschaft verbindet seit 2006 unter dem Motto „Zwei Länder, eine Gemeinschaft“ die deutschen Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit den polnischen Wojewodschaften Großpolen, Westpommern, Niederschlesien und Lubuskie. Ziel ist eine wirtschaftlich starke, eng vernetzte Region auf beiden Seiten der Oder – in der Städte und ländliche Räume gleichermaßen eine Rolle spielen. Das Jubiläumstreffen war damit nicht nur ein politisches Arbeitstreffen, sondern auch ein Moment der Reflexion über zwei Jahrzehnte grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke brachte es beim Treffen auf den Punkt: „Zwanzig Jahre Partnerschaft haben nicht nur die Lage in der Region verbessert – auf beiden Seiten sind echte Freundschaften entstanden. Gemeinsam arbeiten wir für 21 Millionen Menschen. Das ist eine Verpflichtung.“

Bahn, Infrastruktur und Sicherheit im Fokus

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Treffens spiegelten die drängenden Herausforderungen der Grenzregion wider: grenzüberschreitende Infrastruktur, regionale Resilienz und Sicherheit. Als konkretes Ergebnis verabschiedeten die Mitglieder der Oder-Partnerschaft einen gemeinsamen „Appell für den Ausbau der deutsch-polnischen Bahnverbindungen“ – ein klares Signal an die nationale Ebene beider Länder, die grenzüberschreitende Schieneninfrastruktur endlich entscheidend voranzubringen.

Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden, wie die Regionen angesichts aktueller Sicherheitsherausforderungen – darunter Cyberangriffe, Desinformation und Sabotage kritischer Infrastruktur – gemeinsam widerstandsfähiger werden können. Eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Diplomatie und Politik vertiefte die Debatte über die Zukunft der deutsch-polnischen Nachbarschaft im Kontext des 35. Jahrestages des Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit.

Brandenburg übernimmt den Vorsitz

Ein symbolischer Höhepunkt des Treffens: Gastgeber Marek Woźniak, Marschall der Wojewodschaft Großpolen, übergab an Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke die sogenannte Rafandynka – ein Schiffsmodell in der Flasche als traditionelles Vorsitzsymbol. Damit übernimmt Brandenburg nach zwei Jahren großpolnischer Federführung den Vorsitz der Oder-Partnerschaft für die nächsten zwei Jahre.

Großpolen hatte die Partnerschaft zuletzt geprägt durch mehrere bedeutende Projekte und die Organisation dieses Jubiläumsgipfels. „Wir haben unsere zweijährige Präsidentschaft mit konkreten Ergebnissen abgeschlossen – und auch eine Phase der Wiederannäherung zwischen beiden Ländern mitgestaltet“, so Woźniak.

Ausblick: Eine Region gestaltet ihre Zukunft

Das Treffen in Poznań war zugleich Rückblick und Aufbruch. Die Oder-Partnerschaft steht nach 20 Jahren vor neuen Aufgaben – in einer Zeit, in der europäische Zusammenarbeit auf regionaler Ebene wichtiger ist denn je. Mit Brandenburg an der Spitze richtet sich der Blick nun auf die nächsten zwei Jahre: mehr Infrastruktur, mehr Sicherheit, mehr Vernetzung – auf beiden Seiten der Oder.

🔗 Weitere Informationen finden Sie hier.

🔗 Dokumentation des Marschallamts der Wojewodschaft Großpolen: 20 Jahre Zusammenarbeit und Freundschaft auf beiden Seiten der Oder (Polnisch): Zum Artikel