Oderpartnerschaft Oderpartnerschaft
|   

Westpolnische Entwicklungsstrategie 2020

 
Die polnische Regierung verabschiedete im April 2014 die Entwicklungsstrategie Westpolens 2020. Das Dokument gibt die Hauptlinien für die Entwicklung der Makroregion vor und dient als Bezugspunkt für die Programmierung von Entwicklungsmaßnahmen in der Förderperiode 2014−2020.
 

Ziele der makroregionalen Entwicklungsstrategie für Westpolen


Als Hauptziel wird in der Strategie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Westpolens durch Nutzung der makroregionalen Potenziale in den Bereichen Verkehrs- und Energieinfrastruktur, Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Innovation formuliert. Dies soll durch drei spezifische Ziele erreicht werden:
 
  • Räumliche und funktionale Integration: Ziel ist die äußere und innere verkehrliche Erreichbarkeit sowie der territoriale Zusammenhalt
  • Ausbau als Wirtschaftsstandort: Die Wirtschaftskraft soll weiter gestärkt werden, indem v.a. führende Industriebranchen Westpolens zusammenarbeiten und sich vernetzen
  • Stärkung des Wissenschafts- und Forschungspotenzials: Maßnahmen zur Nutzung und Stärkung der F+E-Landschaft und des Wissenstransfers werden zugunsten einer wissensbasierten Wirtschaft ergriffen.

Mithilfe der Strategie hat Westpolen erfolgreich seine makroregionalen Prioritäten im zentralen Fördersystem verankert. Der lange Abstimmungsprozess unter den Wojewodschaften und mit dem nationalen Ministerium für Infrastruktur und Entwicklung trägt nun Früchte, unter anderem in Form von acht Schlüsselprojekten, die als Erstes umgesetzt werden sollen. Hierzu zählen Infrastrukturmaßnahmen (Ausbau der Oder-Wasserstraße, einzelner Bahnstrecken und Schnellstraßen), Entwicklung von überregionalen medizinischen Fachzentren, Investitionen in Energienetze sowie Kooperation von Hochschul- und Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft.


Finanzierung der Strategie


Für die westpolnische Strategie gibt es keine eigenen Finanzierungsquellen. Die Hauptquelle zur Finanzierung der Maßnahmen bilden EU-Mittel, die v.a. in nationalen und regionalen operationellen Programmen (OP) festgelegt sind. In den nationalen OP werden Präferenzen für die Auswahl von überregionalen Projekten vorgesehen. Während für die Wojewodschaften die Verkehrsinfrastruktur und die Entwicklung der Energienetze vordringlich sind, misst Warschau den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation besondere Bedeutung bei, da sie wichtige Ziele der Europa-2020-Strategie sind. Die Aktivitäten sollen außer Mitteln der nationalen und der regionalen Operationellen Programme ebenfalls aus dem Staatshaushalt und den Haushalten der Wojewodschaften finanziert werden. Auch die Mobilisierung privater Mittel vor allem in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften, ist vorgesehen.
 

Strategie zum Dialog über gemeinsame Zukunft der Oder-Region nutzen


Das Dokument bezieht sich auch auf die Zusammenarbeit mit den ostdeutschen Nachbarn. Die Nähe zu Deutschland als einem starken und hoch innovativen Wirtschaftspartner gilt als wichtiges Potenzial Westpolens. Es wird gefordert, die internationale Kooperation der Makroregion in Wirtschaft und Forschung zu vertiefen, etwa durch eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Es bietet sich daher an, die Strategie als Grundlage für einen Dialog innerhalb der Oder-Partnerschaft über gemeinsame Ziele, aber auch unterschiedliche Priorisierung zu betrachten. Das Dokument liefert praktische Daten, Karten und SWOT-Analysen, die eine Vergleichsbasis für analoge Datensammlungen der ostdeutschen Länder bieten. Auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten dürften wir alle gespannt sein, zumal erst durch einen solchen Abgleich der Kooperationspotenziale die Stärken und Schwächen des gesamten Gebiets der Oder-Partnerschaft sichtbar werden. Eine vergleichende Betrachtung aus wirtschaftlicher, raumplanerischer, verkehrlicher und bildungspolitischer Sicht würde Erkenntnisse für eine gemeinsame Zukunftsgestaltung unserer benachbarten Makroregionen bringen.
 

Das Engagement des Landes Berlin


Das Land Berlin nimmt mit großem Interesse Entwicklungen in Westpolen wahr, die darauf abzielen, eine innovative und wettbewerbsfähige Region zu schaffen. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung nahm daher im März an öffentlichen Konsultationen zum Entwurf der Strategie teil. Berlins Anmerkung zum Tourismus wurde erfreulicherweise vom Ministerium für Infrastruktur und Entwicklung berücksichtigt. Somit wird das Projekt „Tourismuskooperation im Rahmen der Oder-Partnerschaft“ in der Strategie als positives Beispiel für interregionale und grenzübergreifende Maßnahmen im Bereich Tourismus erwähnt.

Weitere Informationen / Download


Aktuelle Informationen über die Fortschritte der Westpolnischen Entwicklungsstrategie finden Sie unter anderem auf der offiziellen Webseite des Marschallamtes Lebuser Land: http://lubuskie.pl/kategorie/polska-zachodnia/


Die Originalversion des Strategiedokuments finden Sie auf der Webseite der polnischen Ministeriums für Infrastruktur und Entwicklung  (LINK zum Download).

Eine deutsche Übersetzung der Strategie wurde von Fr. Anna Jarosiewicz und Fr. Eva-Maria Steiger im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg angefertigt (LINK zum Download).
 

Kontakt